# Agent-UX: Vertrauen designen > Wie viel gibt man einem KI-Agenten — Approval-Queues, sichtbares Reasoning, Unterbrechungsbudget. Arbeitshypothesen und Beobachtungen zum Vertrauens-Design. > > 2026-07-02 — y7.hk ## Problemstellung Gib einem Agenten „kann alles"-Rechte, und Nutzer spüren Unsicherheit vor dem Komfort. Wie viel Autonomie schafft also tatsächlich Vertrauen? Arbeitshypothesen aus Beobachtungsdaten in drei Produkten im ersten Halbjahr 2026. ## Beobachtung: das Approval-Budget Nutzer tolerieren im Schnitt etwa **5 Bestätigungsdialoge pro Session**. Ab dem sechsten spalten sie sich in zwei Lager: - Alles genehmigen („ist mir egal"-Modus) — gefährlich - Alles ablehnen („ich mach's selbst"-Modus) — Churn Die Anzahl der Rückfragen ist also eine Design-Ressource: verbraucht ist verbraucht. ## Pattern: drei Stufen des Vertrauens 1. **Sichtbarkeit** — was der Agent als Nächstes tut, ist immer gelistet (Queue) 2. **Reversibilität** — jede Aktion hat ein „Undo" 3. **Stufenweise Delegation** — Rechte wachsen nur durch angesammelte kleine Erfolge ## Erhöht sichtbares Reasoning das Vertrauen? Kontraintuitives Ergebnis: die Detailanzeige des Reasoning-Prozesses **senkte** das Vertrauen von Einsteigern. Zum Zustand „ich weiß nicht, was ich nicht weiß" kommt Rauschen dazu. Eine Zeile Zusammenfassung + eingeklappte Details ist derzeit optimal. ## Nächstes Experiment Wenn wir das Approval-Budget visualisieren („noch 2 Bestätigungen"), sinkt dann der Alles-genehmigen-Modus? In Planung. *Dies ist ein lebendes Dokument — ich aktualisiere es, sobald neue Beobachtungen anfallen.*